Lachen ist immer auch Macht. Wirklich frei sind die Menschen nur, wenn sie über alles lachen dürfen. Auch über den Staat. Politiker, denen die rhythmischen und geräuschvollen Atemstösse fremd sind, die nicht lachen können, kann man nicht ernst nehmen.
Es ist keine schöne Weihnachtsgeschichte: Noch bis zum 28. Dezember dürfen die Nordkoreaner weder lachen noch feiern. Grund: Kim Jong-un hat seinem Land zum 10. Todestag seines Vaters eine 11-tägige Zwangstrauer verordnet. Kim Jong-il, ehemaliger oberster Führer des Landes, starb am 17. Dezember 2011. Nordkorea – welch gnadenlose Diktatur.
Den meisten der 26 Millionen Menschen, die im weltweit restriktivsten und abgeschottetsten System der Welt leben, wird es kaum schwerfallen, sich auch an dieses Verbot zu halten. Sie haben sowieso nichts zu lachen. Ihre durchschnittliche Lebenserwartung beträgt gerade mal 72 Jahre.
Viele von ihnen hungern. Die Preise im einheimischen Markt explodieren. Kim Jong-un spricht jeweils nur von angespannten Versorgungslagen. Er blufft lieber mit seinen Atomwaffen. Immerhin gab der Herrscher nach langem Abstreiten zu, dass die Pandemie auch sein Land betrifft.
Er massregelte öffentlich seine Spitzenfunktionäre. Diese hätten bei der Virusabwehr versagt. Wenn Nordkoreaner sich wehren, drohen ihnen Arbeitslager. Laut Augenzeugen gehören Folter, Hunger, Mord und Totschlag dort zum Alltag. Maxime von Kim Jong-un: Mögen sie mich hassen – wenn sie mich nur fürchten.