Die Abkehr von fossilen Brennstoffen und die Umstellung auf CO2-neutrale Heizsysteme werden von der Schweizer Umweltlobby als Schlüssel zur Energiewende propagiert. Doch der Weg zum Ziel (dass in der Schweiz bis 2050 kein CO2 mehr produziert wird) ist weit. Noch rund 60 Prozent der rund 1,5 Millionen Wohngebäude werden hierzulande mit Öl oder Gas beheizt.

Um dem Trend zu umweltfreundlichen und erneuerbaren Technologien wie Wärmepumpen, Fernwärme, Holzenergie oder Solarpanels zum Durchbruch zu verhelfen, setzen die Kantone auf Fördergelder. Wer sich beispielsweise im Kanton Zürich für eine Luft-Wärme-Pumpe entscheidet, erhält 4300 Franken Subvention – bei Gesamtkosten von rund 55.000 Franken für Kauf und Installation der Anlage ein willkommener Zustupf.

Wer sich für das ungefähr 20.000 Franken teurere Erdsonden-System entscheidet, kriegt zirka 8500 Franken Fördergelder, beziehungsweise er sollte sie kriegen. Denn die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam – und widersprechen der Hektik, mit der zur Entsorgung der alten Heizungen gedrängt wird.

Die Crux liegt im administrativen Dickicht. Damit der Kanton die Gelder freisetzt, braucht er ein (kostenpflichtiges) Zertifikat der Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz in Bern. Und dort wurde das schnelle Arbeiten offenbar nicht erfunden.

Unsere Wärmepumpe ist seit vergangenem Oktober in Betrieb – und bis auf den letzten Rappen bezahlt. Auf das kantonale Fördergeld warten wir aber noch immer. Und eine baldige Zahlung ist nicht zu erwarten.

Auf ein Nachfragen hiess es, die Ausstellung des Zertifikats dauere acht bis zwölf Wochen – das entspricht fast drei Monaten. Oder einer ganzen Jahreszeit. Fest steht: Der nächste Winter kommt bestimmt. Und wenn in Bern doch noch gearbeitet wird, bläst aus unserer Wärmepumpe dann teilsubventionierte Luft. Vielleicht.