Zwei Drittel der Weltbevölkerung gehen davon aus, von Regierungen und Medien belogen zu werden. So das Resultat des neuesten Trust Barometer: Seit zwanzig Jahren erhebt die Kommunikationsberatung Edelman in einer jährlichen Umfrage, wie es um das Vertrauen in wichtige Institutionen steht. Für die Untersuchung wurden etwa 36.000 Personen aus 28 Ländern online befragt.

Linderung in der Vertrauenskrise erhoffen sich die Umfrageteilnehmer von unverhoffter Seite, nämlich aus der Privatwirtschaft: Nachdem offenbar Regierungen und Medien als schlechte Problemlöser wahrgenommen werden, erwartet eine Mehrheit, dass sich Firmen und ihre Manager um die Lösung gesellschaftlicher Probleme kümmern.

Das ist verständlich. In vielen alltäglichen Erfahrungen zeigen sich private Unternehmen den staatlichen Organen überlegen. Manager aus der Privatwirtschaft wissen in der Regel, wie man realistische aber ambitionierte Ziele setzt und diese auch erreicht. Von diesem Denken braucht es mehr in der Politik.

Andererseits muss es scheitern, von Firmenlenkern die Erlösung der Welt zu verlangen. Die Privatwirtschaft funktioniert eben so gut, weil sich die Unternehmen in erster Linie an den Bedürfnissen ihrer Kunden orientieren – nicht an grossen, abstrakten Plänen.