Putin will Europa in Einflusssphären aufteilen. Er verlangt, dass die Nato kein weiteres Mitglied aufnimmt. Und er will dafür «Sicherheitsgarantien». De facto fordert er ein Vetorecht über das westliche Militärbündnis.

So will er Schweden und Finnland verbieten, je dem Bündnis beizutreten. Die beiden skandinavischen Länder sind militärisch ungebunden, stehen aber inmitten der Konfliktzone. In der Arktis reklamiert Russland Besitzansprüche auf rund 1,2 Millionen Quadratkilometer. Und Putins Kampfjets verletzen regelmässig finnischen Luftraum.

Bislang stützen sich Schweden und Finnland auf eine wehrhafte Neutralität. Doch Russlands Säbeltanz verbietet es, auf die Option Nato zu verzichten. Erst recht, wenn diese, wie von Russland verlangt, für immer aufgegeben werden soll.

Dass Putin jetzt wieder so auftrumpft, ist westlicher Schwäche geschuldet. Unter Biden wurde Amerika zum sicherheitspolitischen Wackelpudding. Und viele Nato-Staaten haben ihre Armeen sträflich vernachlässigt.

Höchste Zeit, dass man sich im Westen auf Reagans Doktrin «Frieden durch Stärke» besinnt. Der Letzte, der Reagans Geist nachlebte, war Trump: Er rüstete die US-Armee massiv auf. Vier Jahre herrschte auf der Welt relative Ruhe. Jetzt trumpfen die Tyrannen von China über Nordkorea bis Russland wieder auf.

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