Die Ausgangslage: Seit dem letzten Wochenende verkünden diverse Zeitungen gestützt auf interne Dokumente des Gesundheitsministers Alain Berset, dass dieser eine sogenannte Turbo-Öffnung wolle.

Gemeint war damit, dass er alle Einschränkungen auf einmal fallen lässt: also die Zertifikatspflicht, die 2-G-Regeln, Quarantäne und so weiter. Dieser Schritt ist überfällig.

Es war und ist unter keinem Titel zu rechtfertigen, dass man einen Drittel der Bevölkerung zu Menschen zweiter Klasse stempelte, weil sie sich nicht impfen lassen wollen. Dieses Apartheid-Regime muss sofort beendet werden.

Aber nun konnte man im Tages-Anzeiger lesen, dass Berset bereits wieder mit verschiedenen Varianten jongliert, die er den Kantonen vorlegen will. Zuvor hiess es, eine Konsultation der Kantone sei nicht nötig.

Hat er sich vom Präsidenten der Konferenz der Gesundheitsdirektoren, Lukas Engelberger, ins Bockshorn jagen lassen? Dieser hatte sich in den Medien gegen eine rasche Lockerung der Massnahmen ausgesprochen.

Es ist einfach unsäglich, wie sich die kantonalen Gesundheitsdirektoren mit ihrem Präsidenten Lukas Engelberger (Mitte-Partei) in der Sache aufspielen.

Ausgerechnet die kantonalen Gesundheitsdirektoren, die während der gesamten Pandemie immer nach dem nationalen Gesundheitsminister riefen, wenn es brenzlig wurde. Jetzt wollen sie plötzlich gross mitreden.

Schade, dass der nationale Gesundheitsminister nicht die Kraft hat, seinen kantonalen Amtskollegen den Öffnungs-Tarif durchzugeben.