Das Theater um eine Aussage von SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi über zwei ukrainische Flüchtlinge mit nigerianischen und irakischen Wurzeln, die in Düsseldorf eine Frau vergewaltigt haben, ist um ein Kapitel reicher.

Aeschi bekam deswegen in der SRF-«Arena» von Moderator Sandro Brotz und anderen Teilnehmern eins auf den Deckel. Das gab viel zu reden und noch mehr zu schreiben.

Moderator Brotz stützte sich bei seinem inquisitorischen Angriff gegen Aeschi auf eine Stellungnahme der Präsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassimus (EKR), Martine Brunschwig Graf, die Aeschis Votum als rassistisch verurteilt hatte. Ihre Beurteilung wurde für die Fernsehzuschauer in einem Einblender aufgeschaltet.

Nun steht die Frage im Raum, ob die EKR-Präsidentin einer derart abschliessende und verurteilende Meinung veröffentlichen durfte, und zwar ohne Rücksprache mit anderen Mitgliedern dieser Kommission und auch ohne Anhörung des Betroffenen selber.

Der Zuger Politiker hat deshalb bei Brunschwig Graf mit einem offenen Brief mit entsprechenden Fragen interveniert. So will Aeschi wissen, ob die EKR-Präsidentin im Bild gewesen sei, dass er sich auf einen konkreten Fall bezogen habe.

Weiter will er von Brunschwig Graf wissen, ob sie aus ihrem Auftrag das Recht ableite, als Gerichtsinstanz aufzutreten. Eine Antwort der früheren Genfer FDP-Politikerin liegt noch nicht vor.

So viel lässt sich aber sagen: Geht es um die eigene Partei, tritt sie weniger forsch auf. Zum Beispiel 2014, als die FDP eine gegen die Linke gerichtete Karikatur publizierte, die Brunschwig Graf auf Anfrage der Basler Zeitung als «geschmacklos» bezeichnete, weil man sie als «antisemitisch und judenfeindlich interpretieren könne».