Kein Zweifel: Wer zur hinlänglich bekannten Risikogruppe gehört, sollte sich besser gegen Covid-19 impfen lassen. Die Zahlen des BAG sprechen für sich. Ungeimpfte aus den Risikogruppen haben ein rund neun Mal höheres Sterberisiko.

Das Risiko, auf einer Intensivstation zu landen, könnte für Ungeimpfte sogar noch höher sein. Gemäss der CH-SUR-Erhebung, in die das BAG der Weltwoche nach langem Hin und Her Anfang September Einblick gewährte, weist darauf hin. https://weltwoche.ch/story/fakten-aus-der-intensiv-pflege/

Anfang Woche waren die Schweizer Intensivbetten gemäss BAG wie folgt belegt: 31 Prozent Covid-Fälle, 49 Prozent andere Patienten, 20 Prozent leer. Leider weist das BAG nicht aus, wie viele Intensivpatienten zu den Risikogruppen gehören. Und vor allem: wie viele geimpft sind.

Statt auf nüchterne Information, welche die Gefährdeten vielleicht überzeugen könnte, setzt die Schweiz auf Agitation und Propaganda.

Am Anfang der Corona-Krise wurde mit gestapelten Särgen in Krematorien und Totengräbern auf den Friedhöfen Panik verbreitet. Jetzt übernehmen die Intensivpfleger.

Tamedia übertrumpft sie wieder mal alle. Gleich vier Pfleger lassen sich über ihre Patienten aus. Offenbar sind alle einer Meinung: Ungeimpfte sind fett, fordernd, egoistisch, larmoyant, ignorant – kurzum Parasiten, an sich eine Zumutung für das sich selbst am meisten bemitleidende Personal.

Und irgendwo zwischen den Zeilen zwinkert einem der ungeschriebene Satz zu: Wären wir nicht so selbstlos und gut, würden wir sie am liebsten verrecken lassen.

Dass wirklich eine Mehrzahl der Pflegenden so denkt, ist zu bezweifeln. Genauso wie zu bezweifeln ist, dass der Intensiv-Agitprop die Impfskeptiker überzeugen wird.

Aber Klickraten und Auflagen lassen sich damit zweifellos steigern.