Die Tamedia-Zeitungen haben am Mittwoch anhand einer Umfrage wieder einmal ein Bundesrats-Rating verbrochen. Ja, man muss «verbrochen» schreiben, weil das Resultat dermassen schräg ist, dass man nicht weiss, ob man darüber lachen oder deswegen gar weinen soll.

Lassen wir einmal Gesundheitsminister Alain Berset ausser Acht, der von einem Krisenbonus profitiert. Die den Bundesräten erteilten Noten sind zwar allesamt nicht berauschend. Doch was um alles in der Welt hat Verteidigungsministerin Viola Amherd (Mitte-Partei) bloss geleistet, dass sie bei dieser Umfrage die zweitbesten Zensuren erhält?

Wenn sie im verflossenen Jahr aufgefallen ist, dann vor allem dadurch, dass sie brav in Deckung blieb. Meist streute ihr Departement belangloses Zeug, das vielleicht zum Zeitgeist passt, politisch aber nicht sehr relevant ist.

SVP-Bundesrat Ueli Maurer hat dagegen bei der finanzpolitischen Bewältigung der Pandemie einen super Job geleistet. Er hat auch mutig den Finger auf den wunden Punkt des bundesrätlichen Pandemie-Managements gelegt. Dafür wird er jetzt aber abgestraft.

Die Erkenntnis daraus: Wenn man in Deckung geht, sich nicht in laufende Debatten einmischt, Tamedia, Blick und SRF hofiert und keine Ecken und Kanten zeigt, dann wird man am Ende gut bewertet.  Aber im Ernst: Wollen wir solche Bundesrätinnen und Bundesräte?