Bei der Monster-Debatte über die sogenannte Gletscherinitiative ging es am Mittwochnachmittag um Klimaschutz, Stromlücke, um Öl und Gas – und nebenbei auch um den Krieg in der Ukraine. SP-Fraktionschef Roger Nordmann erklärte nämlich, man solle Gasheizungen durch klimafreundliche Heizanlagen ersetzen, dabei könne man viel Geld sparen, welches der Kremlherrscher dann nicht mehr für seinen Krieg einsetzen könne.

Gut. Dass die Schweiz bei ihrer Energieversorgung weniger vom Ausland abhängt, das ist eine berechtigte Forderung. Aber wie Nordmann zu behaupten, dass man mit einem Verzicht auf Gasheizungen Putins Kriegspläne stören könne, dies wohlgemerkt als Argument, um den eigenen Antrag durchzustieren, ist dann doch eine gewagte These.

Bei dem Tempo, mit dem die Berner Mühlen mahlen, wird der Krieg in der Ukraine wahrscheinlich längst vorüber sein, bis sein Vorschlag oder Antrag endlich umgesetzt würde. Zudem beziehen wir bloss 47 Prozent unseres Erdgases aus Russland.

Bizarr ist Nordmanns Aussage aber auch, weil SP-Bundesrätin und Energieministerin Simonetta Sommaruga Gaskraftwerke als Reservekapazitäten aufbauen will. Das macht die Schweiz also weiterhin vom Ausland abhängig, womöglich auch von Putin.

Also, Herr Nordmann, vielleicht reden sie am besten einmal mit ihrer Bundesrätin.