«Kauft nicht bei Juden» klingt in deutschen Ohren wie eine böse Erinnerung an Schuld und Scham. Das hält manchen Gastwirt nicht davon ab, einen Zettel mit den Worten «Russen werden nicht bedient» an die Restauranttür zu hängen.

Aus der gesamten westlichen Welt werden Schikanen gegen Russen gemeldet, von Neuseeland bis Island. Und das ist keine Moskauer Propaganda.

Besonders hart trifft es Kinder: In Berlin mussten Zwölfjährige im Unterricht aufstehen und sich zu Putins Krieg erklären. Viele der Betroffenen kommen dazu noch aus Familien, die wegen Putin die Heimat verlassen haben. Wenn die Stadt München einem prominenten Dirigenten kündigt, weil er sich nicht gegen seinen Präsidenten erklärt, kann man darüber diskutieren. Doch kollektiven Hass an Kindern auszulassen, ist würdelos.

Auch dass kaum über die Nöte der Russen im Ausland berichtet wird, die wegen der Sanktionen nicht an ihr Geld kommen: Belarussische Lastwagenfahrer in der EU bleiben liegen; russische Urlauber in Thailand, deren Flüge gestrichen wurden, schlafen in Kirchen oder am Strand.

In Russland haben die Schmähungen nur einen Effekt: Selbst Putin-Gegner sind aufgebracht.

Was die TV-Propaganda nicht hinbekommt, bewirkt die weltweite Russophobie in Minuten.