Die Stadt Zürich muss die Hilfe für Bedürftige und Sans-Papiers stoppen. Ursprünglich hatte SP-Stadtrat Raphael Golta – der Vorsteher des Sozialamtes – zwei Millionen Franken für das Projekt gesprochen. Es war Geld, das via karitative Organisationen verteilt werden sollte. Bisher wurden Zahlungen in Höhe von 88.776 Franken geleistet.

Doch dann legte die FDP Beschwerde ein. Die Stadt kündigte umgehend an, den Bezirksratsentscheid nicht zu akzeptieren und die Angelegenheit im Bedarfsfall durch alle Instanzen zu ziehen.

Aber nun ist Basishilfe definitiv gescheitert. Grund: «Die Rekursschrift wurde nicht fristgerecht der Post übergeben», wie es in einer Mitteilung heisst. Der Stadtrat sehe sich gezwungen, den Rekurs zurückzuziehen.

Nach ersten Erkenntnissen aus den internen Untersuchungen ist der Brief in der Post hängengeblieben. Zwar sei das Schreiben ursprünglich ordnungsgemäss von der Abteilung Protokoll ins Ausgangsfach gelegt worden. Die interne Post habe ihn auch abgeholt. Ein Mitarbeiter aber glaubte, einen Fehler bei der Adressierung korrigieren zu müssen. So hinterlegte er den Brief im Büro, wo er liegen blieb. Und weil ausgerechnet an diesem Nachmittag strengere Home-Office-Richtlinien eingeführt wurden, geriet das Couvert in Vergessenheit. Und als es dann doch noch auf die Post gebracht wurde, war die Rekursfrist abgelaufen.

«Dumm gelaufen», könnte man sagen. Immerhin spart die Stadtkasse durch die Schlamperei über 1,9 Millionen Franken.