Zuerst fehlten Schutzmasken, dann gab die Impfstoffbeschaffung zu reden, inzwischen werfen der Abbau von Intensivpflegebetten während der Pandemie und die Registrierung von Corona-Patienten durch die Spitäler Fragen auf. Dies sind nur einige Punkte in einer langen Liste von Ungereimtheiten, die sich bei der Bewältigung der Corona-Pandemie in den letzten zwei Jahren ereignet haben.

Für SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi ist die Zeit gekommen für eine schonungslose Aufarbeitung der Pandemie. Er hat dafür in der gesundheitspolitischen Kommission (SGK) des Nationalrates den Antrag gestellt, eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) einzusetzen, die das Krisenmanagement des Bundesrates und von Gesundheitsminister Alain Berset durchleuchten soll.

Die Kommission hat den Entscheid in ihrer Sitzung von vergangener Woche auf Anfang Februar vertagt – weil zu viele Anträge zu den jüngsten Corona-Beschlüssen des Bundesrates vorlagen, die man sofort abarbeiten musste.

Natürlich sind aber auch nicht alle in der SGK von der Idee begeistert, eine PUK einzusetzen. Einige sträuben sich wohl nur schon deshalb gegen die Einsetzung eines solchen Gremiums, weil der Vorschlag von der SVP kommt.

Fakt ist: An der Aufarbeitung des zeitweiligen Schlamassels bei der Bewältigung der Pandemie führt kein Weg vorbei. All die offenen Fragen müssen geklärt werden. Ob die Geschäftsprüfungskommission das richtige Gremium dafür ist, wie einige meinen, darüber lässt sich streiten.

Eine PUK kommt dann zum Einsatz, wenn Vorkommnisse von grosser Tragweite zu klären sind. Wenn die Corona-Pandemie nicht in diese Kategorie fällt, muss man sich fragen, warum man überhaupt so ein grosses Spektakel rund um das Thema veranstaltet hat.