Jetzt also doch: Die Meute hat den Fuchs gestellt: Boris Reitschuster wurde aus der Bundespressekonferenz verbannt. Damit wird der wohl letzte Journalist mundtot gemacht, der kritische Fragen stellte.

Die Kollegen störte das schon lange. Man ignorierte ihn, man schnitt ihn, man diffamierte ihn – ohne Erfolg. Reitschuster ist hartnäckig. Dennoch gab er schliesslich nach: Weil die Arbeitsbedingungen in Berlin unerträglich wurden, verlegte er seinen Wohnort nach Montenegro.

Daraus wurde ihm nun ein Strick gedreht: Da sich Mitglieder der Bundespressekonferenz «in physischer Nähe zum Parlament» aufhalten müssten, könne er kein Mitglied mehr sein.

In der Satzung steht davon kein Wort, und daher rechnet sich Reitschuster Chancen vor Gericht aus – vorausgesetzt, er findet unvoreingenommene Richter.

Es geht nicht um einen einzelnen Journalisten. Reitschuster verstand sich immer als Anwalt seiner Leser – und von denen gibt es viele. Rund 45 Millionen Mal wird seine Seite aufgerufen. Diese Reichweite erreicht kein gedrucktes Medium und auch nicht ARD und ZDF.

Aber was gibt die Hauptstadtpresse schon auf die Nutzer?