Der Bündner SP-Nationalrat Jon Pult ist ein Verfechter des EU-Beitritts. Aber wie viele in seiner Partei kann er im politischen Alltag mit den EU-Regeln nicht viel anfangen.

Nehmen wir als Beispiel die neue Euro-Vignetten-Direktive des EU-Parlamentes: Pult, der auch Präsident der Alpeninitiative ist, läuft dagegen Sturm, weil dieses Regelwerk seiner Meinung nach die Verlagerungspolitik torpediert.

Einerseits bei jeder Gelegenheit mit der EU-Fahne wedeln, andererseits aber alles bekämpfen, was aus Brüssel kommt. Dieses Verhalten ist typisch für viele Genossen.

Man ist für einen institutionellen Rahmenvertrag, will sich aber den Lohnschutz durch Brüssel nicht schleifen lassen.

Die Genossen waren auch für den Beitritt zu Schengen/Dublin. Doch die Grenzpolizei, welche die Schengen-Aussengrenzen schützen soll, lehnen sie ab.

Die Klimaschutzpläne der EU fanden die SP-Vertreter toll – bis Brüssel kürzlich die sogenannte Taxonomie präsentierte, also das Instrument zur Erreichung der Klimaneutralität. Die EU stuft AKW und Gaskraftwerke als nachhaltig ein. Sofort rümpften Genossinnen und Genossen die Nase.

Kurzum: Die Positionen der SP sind meilenweit entfernt von der Realität der EU. Aber die Genossen wollen trotzdem dorthin. Wahrscheinlich bloss, weil die SVP eine Annäherung an Brüssel bekämpft.

Dümmer geht nimmer.