Der ukrainische Staatspräsident Selenskyj ruft seit Wochen Europa auf, kein Öl oder Gas mehr aus Russland beziehen. Ginge es nach SP-Politikern wie Cédric Wermuth, Mattea Meyer, Roger Nordmann oder Grünen wie Balthasar Glättli, Aline Trede und so weiter, hätten wir uns längst schon vom russischen Öl oder Gas abgehängt – egal, wie es um die Energieversorgung der Schweiz steht.

Seit den Morden an Hunderten von Zivilisten in der Nähe von Kiew, die mit grosser Wahrscheinlichkeit von russischen Soldaten begangen wurden, stimmen auch bürgerliche Politiker ins rot-grüne Lamento gegen das russische Gas ein – zum Beispiel FDP-Präsident Thierry Burkart. Mitte-Präsident Gerhard Pfister verlangt zwar schärfere Sanktionen der Schweiz, ohne zu präzisieren, was er damit meint. Er hat aber wohl auch die Gaslieferungen vor Augen.

Der Aktivismus erinnert an die Tage nach dem Atomunfall im japanischen Fukushima 2011. Auch damals übernahmen plötzlich bürgerliche Parteien, damals CVP und BDP (heute Mitte-Partei), das Vokabular der Linken und setzten eine Energiewende durch, die heute fatale Folgen hat. Wir müssen aktuell Feuerwehrübungen durchziehen, damit es in den Wintermonaten nicht zu Stromengpässen kommt.

Wollen wir die Fehler von 2011 ein weiteres Mal wiederholen und unser Energieproblem noch vergrössern?

Wenn der Westen als Massnahme gegen Putin kein Gas mehr von ihm will, wird Russland dieses halt anderswo verkaufen. Es ist ja nicht so, dass die ganze Welt Russland als Feind betrachtet.

Die Schweiz würde sich dagegen selber ins Knie schiessen, wenn sich kommenden Winter herausstellt, dass die Gasvorräte knapp werden. Darauf verlassen, dass uns die EU schon beistehen wird, wenn wir im Winter frieren, sollten wir uns besser nicht.