Seit über einem halben Jahr hat Roger Federer nicht mehr wettkampfmässig Tennis gespielt. Seither liess er sich zum dritten Mal am rechten Knie operieren. In unregelmässigen Abständen informiert er ausserdem über seinen Gesundheitszustand – meistens im Rahmen von Veranstaltungen seiner Sponsoren.

Am Mittwoch war es wieder so weit. An einem Anlass der Credit Suisse sagte Federer zu seinen kurzfristigen Aussichten: «Ich kann immer noch nicht rennen. Aber ich arbeite täglich im Fitnessstudio. Ich hoffe wirklich, dass ich mein Knie in zwei bis drei Wochen wieder belasten kann.» Auch die zweite Message vermittelt kaum überbordenden Optimismus: «Ende Februar werden wir sehen, wie der Körper reagiert, damit wir im April oder Mai wieder den Ball schlagen können.»

Dass es möglich ist, nach einer langen Verletzungspause wieder in Topform zurückzukehren, bewies Rafael Nadal in den vergangenen zwei Wochen am Australian Open. Noch im Herbst 2021 war der Spanier nicht sicher gewesen, ob er seine Karriere würde fortsetzen können.

Bei Federer scheint die Sache aber komplizierter. Erstens ist er fünf Jahre älter als sein grosser Rivale, und zweitens spielt er die Rolle als Werbebotschafter mittlerweile fast so gut wie früher diejenige als Grand-Slam-Champion. Und rechnen kann er auch. Bleibt zumindest eine theoretische Chance auf ein Comeback, sind seine Sponsoren auch mit einem singenden oder kochenden Federer ziemlich glücklich.