Im Russland-Krieg gegen die Ukraine sterben täglich Menschen. Und worüber regen sich Schweizer Genderschwestern auf? Sie entrüsten sich über den Begriff «Brudervolk», der letzte Woche in der Anmoderation zu einem Tagesgespräch von Radio SRF verwendet worden war. «Gibt es in der Ukraine denn keine Frauen? Hört auf mit diesem patriarchalen Framing!»

Die Frau, die das auf Twitter rausgehauen hat, heisst Esther Gisler Fischer. Sie ist eine nicht unbekannte reformierte Theologin und war jahrelang Mitglied einer Fachkommission «Frauen und Gender». Eine andere Gendertante schrieb zu dem Thema: «Es ist echt nicht hilfreich, wenn Mensch von Brudervolk spricht. Das spielt dem toxischen alten weissen Mann in die Hände.» Statt über solchen Schmarren einfach zu schweigen, reagierte SRF News unverzüglich und schüttete sich Asche aufs Haupt: «Hallo Esther. Die Ukraine wurde öfters als Brudervolk von Russland bezeichnet, darum haben wir diese Wortwahl verwendet. Wir sehen aber deinen Punkt: Der Begriff ist nicht mehr zeitgemäss. Wir melden das gerne intern weiter!»

Genierlich.
Bis heute spricht Präsident Putin davon, dass es sich bei Ukrainern und Russen um «Brudervölker» handelt. Seit Ausbruch des Konflikts 2014 gilt die Bezeichnung «Brudervolk» für viele Ukrainer hingegen als Beleidigung. Der Begriff «Schwestervolk» würde sie wohl noch mehr kränken. Falls sich die Gendertanten mit der Benennung Geschwistervolk anfreunden sollten: Geht nicht. Geschwister lieben sich und stehen einander in jeder Situation bei. Und: Die meisten Schwestern sind stolz auf ihre Brüder. In der Ukraine sind auch russische Soldatinnen im Einsatz. Gibt es unter ihnen Brudermörderinnen? Oder müssten sie als Schwestermörderinnen bezeichnet werden? Wenn ich meinen (grossen) Bekanntenkreis überblicke, stelle ich übrigens fest, dass sich schon mehr Schwestern als Brüder bekriegt haben.