Die Wirren um die Bewilligung zur Einreise von Novak Djokovic nach Australien nehmen kein Ende. Nun prüft der australische Einwanderungsminister Alex Hawke, ob Djokovic bei der Visums-Ausstellung falsche Aussagen gemacht hat – und ob er deshalb die Teilnahme des Serben am Australien Open doch noch verhindern kann.

Wie bitte? Der Einwanderungsminister? Djokovic will doch nur ein Tennisturnier spielen – und nicht einwandern.

Davon abgesehen könnte der Fall für die Sportwelt einem Präjudiz gleichkommen.

Hier die Fakten: Djokovic besitzt eine Einladung ans Grand-Slam-Turnier in Melbourne. Bevor er das Flugzeug bestieg, war ihm von den Veranstaltern und von den kommunalen Behörden signalisiert worden, dass er mit einer Spezialbewilligung einreisen könne. Am Montag bekräftigte ein neutrales Gericht, dass diese Bewilligung rechtens ist.

Wenn nun aber eine politische Instanz diese Entscheidung rückgängig macht, Djokovic des Landes verweist und dazu beiträgt, dass er seine Position als Nummer eins des ATP-Ranking verliert, wird dies nicht nur in Serbien für Entrüstung sorgen. Faktisch ist der ganze Sport betroffen.

Letztlich ging man davon aus, dass es nur in totalitären Systemen möglich ist, dass Politiker über Sportler-Nominationen und Mannschaftsaufstellungen bestimmen. Geschieht dies aber in Australien, muss man sagen: Die Corona-Massnahmen drohen unser Gesellschaftsbild nachhaltig zu zerstören.