Es ist eigentlich eine Eloge über das Krisenmanagement der Landesregierung, was der Zürcher Politologe am Dienstag in einer Kolumne des Tages-Anzeigers herunterbetete. Er will, dass der Bundesrat das Nichtimpfen zwar nicht kriminalisiert, aber zumindest nicht mehr akzeptiert und entsprechend sanktioniert.

Zur Führungsverantwortung gehöre die Bereitschaft, konsequent zu sein – notfalls auch mit einer gewissen Härte. Als Legitimation dafür könne die Regierung gewissermassen das Abstimmungsergebnis zum Covid-19-Gesetz heranziehen. Was ist bloss in Hermann gefahren? Will er ein Mandat des Bundesrates?

Oder hat er vergessen, dass es ein Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit gibt? Hermann will dieses schleifen. Nur weil die Spitäler in diesem Lande nicht in der Lage sind, genügend Kapazitäten in den Intensivstationen bereitzustellen? Er will viele Bürger dieses Landes abstrafen, weil sie dieses Grundrecht wahrnehmen.

Das Fundament von Respekt ist nicht die Einführung einer unverhältnismässigen Massnahme, wie es der Zürcher Politologe darzustellen versucht. Respekt bedeutet, dass man die persönlichen Entscheide von Ungeimpften akzeptiert.