Vor der Abstimmung zum Covid-Gesetz sah es fast so aus, als hätte Vernunft Einzug gehalten. Das BAG empfahl die Booster-Impfung lediglich für die über 65-Jährigen.

Sechs Monate nach der Zweitimpfung, so die offizielle Sprachregelung, seien die Betagten nur noch zu 80 Prozent vor einem schweren Verlauf geschützt. Bei den Jüngeren halte die Schutzwirkung bei unvermindert 90 Prozent an.

Hat sich seither etwas verändert?

Die Zahlen des BAG sprechen für sich. 155 der 163 in der Kalenderwoche 49 mit oder an Covid-19 Verstorbenen waren über 60 Jahre alt und gesundheitlich vorbelastet. Lediglich 8 Verstorbene waren in der Altersgruppe 40 bis 60. Jüngere Opfer gab es nicht.

Alles wie gehabt. Seit bald zwei Jahren.

Bei den Hospitalisierten liegt der Altersmedian ein paar Jahre tiefer. Vereinzelt trifft es – keine Regel ohne Ausnahme – zwar auch jüngere Semester. Doch auch hier ist völlig klar: Wo die Spitäler punktuell an den Anschlag gerieten, lag es sicher nicht an den unter 50-Jährigen.

Und ja: Bei ungeimpften Risikopatienten liegt die statistische Wahrscheinlichkeit, in der Intensivstation oder im Sarg zu landen, mehr als neunmal höher.

Fazit: Die Corona-Wellen kommen und gehen, sie lassen sich nicht aufhalten, Impfung hin oder her; doch wer sich schützen will, kann sich mit der Impfung schützen.

Nach der Covid-Abstimmung gewannen die Paniktreiber wieder Oberhand. Und liessen die letzten Hemmungen fallen. Sogar vor den Kindern machen sie nicht halt. Obwohl Kinder bekanntlich weder gefährdet noch Gefährder sind.