Russlands Reiche wissen, wie und wo sie den Sanktionen entgehen können. Sie steigen in ihre Privatjets oder Jachten – und nehmen Kurs auf Dubai. Weil russische Oligarchen und ihre Gelder in den USA, in Grossbritannien oder in der EU unerwünscht sind, weichen viele in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) aus und eröffnen dort ihre neue Geschäftsbasis.

Das Handelszentrum am Persischen Golf ist ein Schlupfloch für diejenigen, die Sanktionen vermeiden wollen, da der Golfstaat im Ukraine-Konflikt eine relativ neutrale Haltung einnimmt. So haben sich die VAE bei der Abstimmung im UN-Sicherheitsrat über die Verurteilung der russischen Invasion in der Ukraine der Stimme enthalten.

Bereits leben in Dubai und Abu Dhabi 40.000 Russen, schätzt die Financial Times, zudem auch 15.000 Ukrainer. Jetzt kommen weitere hinzu. Seit Kriegsausbruch verzeichnet zum Beispiel die Firma Virtuzone, die Investoren bei der Ansiedlung in den VAE unterstützt, ein starkes Interesse von Russen, Ukrainern und Weissrussen. Sie erhalte fünfzig Anfragen pro Tag – «es boomt gerade», zitiert die Financial Times Maria Winahradawa, die das russischsprachige Team von Virtuzone leitet.