Zur Erinnerung: Die Regierung hat am Donnerstag mit ihrem halbherzigen Sanktionsregime gegen Russland für grosse Verwirrung gestiftet. Es gab auch viel Kritik – weil nicht klar war, welche Sanktionen der EU die Schweiz nun mitträgt. Und weil sie vor allem Umgehungsgeschäfte verhindern will.

Bundespräsident Ignazio Cassis sowie die Bundesräte Karin Keller-Sutter und Guy Parmelin nahmen bei ihrer Pressekonferenz zum neuen europapolitischen Anlauf die Gelegenheit wahr, auch die Position der Schweiz zum Ukraine-Konflikt noch einmal ausführlicher auszubreiten.

Cassis erklärte dabei, die Neutralität verpflichte dieses Land zu einer differenzierten Position, und dies sei in der aktuellen Situation gewiss nicht einfach. Man wolle die Türen offenhalten, um das zu tun, was andere Staaten nicht mehr könnten: Kanäle anzubieten für Staaten, die keine diplomatischen Beziehungen mehr hätten. Dies sei ein Mehrwert, den die Schweiz schaffen könne, dies auch im Hinblick auf Friedensverhandlungen.

Cassis hat recht, auch wenn das für viele schwer verständlich ist, die am liebsten Russland in Grund und Boden stampfen würden. Es ist der einzig gangbare Weg für die Schweiz.