Der Westen will Russland mit Sanktionen unter Druck setzen: Blockieren von Vermögen,  Finanzbeziehungen oder Technologielieferungen. Die USA gingen voran, die EU folgt.

Die Wirkung von Sanktionen ist umstritten. Und im Fall Russlands gibt es Anzeichen, dass die Regierung Putin schon ein Stück weit vorgesorgt und Risiken bei Finanzvermögen verringert hat.

Die Statistiken zu den Gläubigern der USA, also den Haltern amerikanischer Schuldpapiere (US Treasuries) zeigen, dass Russland 2018 praktisch alle amerikanischen Bonds abgestossen hat. 2011 hatte man für fast 180 Milliarden Dollar US-Obligationen im Portefeuille, 2017 noch für rund 100 Milliarden, dann sackte der Betrag fast auf null ab.

Der grösste Gläubiger der Amerikaner ist heute Japan (1,3 Billionen Dollar), der zweitgrösste China (gut 1 Billion).

Warum wollte Putin plötzlich nicht mehr Gläubiger der USA sein? Das wäre doch ein finanzieller Hebel. Es ist wahrscheinlich, dass Russland fürchtete, die USA würden die Titel beschlagnahmen beziehungsweise dem Eigentümer die Rückzahlung verweigern. Das ist der Grossmacht-Hebel: Schulden nicht anerkennen.

Eine Beobachtung der Bestände in Russlands Kassen hätte also 2018 gezeigt, dass die Regierung Schutzmassnahmen traf.

Gibt es noch andere Fälle? Ja, die Türkei hat 2017 praktisch alle US-Schatzpapiere abgestossen. Und bei China zeigt sich auf hohem Niveau ein gewisser Abbau der Bestände.