Das Gefühl, dass sich die Menschheit kurz vor dem Durchdrehen befindet, kann in der Pandemie oft nicht mehr verdrängt werden.

In Basel-Stadt kommt nun eine Vorlage vors Volk, die diesen Verdacht zu einer Tatsache befördert: Die Stimmbevölkerung muss am 13. Februar über die Initiative «Grundrechte für Primaten» entscheiden. Der Vorstoss verlangt, dass die kantonale Verfassung mit einem Artikel für das «Recht von nichtmenschlichen Primaten auf Leben und auf körperliche und geistige Unversehrtheit» ergänzt wird.

Bezüglich der möglichen Folgen tappen Politologen und Rechtsexperten im Dunkeln. Gemäss dem Initiativ-Text beträfe die Neuerung bloss Primaten, die in Kantonsbesitz sind. Der Kanton besitzt aber gar keine Affen – zumindest nicht offiziell.

Während die Linke mehrheitlich die Ja-Parole ergriffen hat, votiert das bürgerliche Lager für ein Nein. Hauptargument: Mit der Verwischung der Grenze zwischen Mensch und Tier werde eine rote Linie überschritten. Zudem sei nicht nachvollziehbar, warum Primaten  gegenüber anderen Tierarten – Regierungsrat Lukas Engelberger erwähnte in der Parlamentsdebatte explizit die «intelligenten Schweine» – rechtlich bessergestellt werden sollten.

Der Basler Zolli stellt sich gegen die Initiative. Direktor Olivier Pagan erklärt: «Wenn Affen Rechte erhalten, trägt dies nicht zu ihrem Schutz und Wohlergehen bei, denn sie können diese Rechte weder ausüben noch durchsetzen.»

Oder etwa doch? Es wäre durchaus von Interesse, wie sich die politische Landschaft verändern würde, wenn bei den nächsten nationalen Parlamentswahlen 2023 auch die Primaten das Stimmrecht erhalten würden. Eines steht schon jetzt fest: Verrückter würde die Welt kaum werden.