In der Stadt Zürich drängt die Klima-Lobby mit grosser Wucht in die Klassenzimmer. Sie will schon die Jüngsten für den Umweltschutzgedanken sensibilisieren und zu einer bewussten Lebensweise animieren.

Mit anderen Worten: Die städtischen Klimaziele sollen in den Unterricht an der Volksschule einfliessen und die Lehrerinnen und Lehrer mit Weiterbildungsprogrammen in die ökologische Spur gelenkt werden. So lautet der Vorstoss der grünen Gemeinderäte Julia Hofstetter und Balz Bürgisser.

Der Gedanke ist nicht neu: Seit Jahre besteht ein Programm «Kleine Klimaschützer unterwegs», das von der Stadt beworben wird. Keiner sei zu klein, um sich Sorgen um das Klima zu machen – auch wenn sie oder er die erste Klasse besucht.

Wenig Verständnis bringt Yasmine Bourgeois für dieses Programm auf. Sie ist Schulleiterin in Zürich und sitzt für die FDP im Gemeinderat: «Dieser Vorstoss vermischt städtische Politik und Lehrplan.» Die vom Gemeinderat beschlossenen Klimaziele seien Teil eines politischen Programms auf Gemeindeebene und gehören damit nicht in die Volksschule. Die Verfassung gebe klar vor, dass die Volksschule politisch neutral zu sein habe.

Damit wird Bourgeois im rot-grünen Umfeld kaum auf offene Ohren stossen. Den gesunden Menschenverstand rückt sie aber ein Stück weit wieder zurecht. Denn es darf eigentlich nicht sein, dass politische Kräfte eine der wichtigsten Aufgaben von Eltern und Lehrern übernehmen: die Erziehung unserer Kinder zu ehrlichen und vernünftigen Menschen aufgrund eines linken Parteiprogramms.