Es scheint Ursula von der Leyens Schicksal zu sein, von mächtigen Männern an den Katzentisch gescheucht zu werden.

Der türkische Präsident Erdogan machte es vor. Biden und Putin machten es nun nach: Bei deren Videotreff war die EU-Chefin zwar nicht dabei. Im Abseits landete sie trotzdem.

Eigentlich war es schlimmer als in Ankara. Denn der Amerikaner und der Russe redeten ohne sie über sie.

Neben der Ukraine ging es wohl auch um eine neue europäische Sicherheitsarchitektur. Da sollte Madame Europe doch zumindest informiert sein.

War sie aber nicht. Biden warf nur Briten, Deutschen, Franzosen und Italienern ein paar Bröckchen hin. Hinterher. Aber immerhin.

Von der Leyen beansprucht für die EU eine geopolitische Rolle. Grosse Worte, wie man sie von der kleinen Frau gewohnt ist.

Aber hinter ihnen steht nichts, und das hat sich herumgesprochen unter den Mächtigen. Die EU wurde unter ihr zur quantité négligeable.

Wer hätte gedacht, dass man sich mal den Staatsmann Jean-Claude Juncker zurückwünschen würde.