EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen ist schon wieder beim «Europe’s Next Top-Feminist»-Contest ohne Punktzahl ausgeschieden.

Die Schmach des «Sofa-Gate» beim Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, der ihr vor einem Jahr nur ein Sofaplätzchen angeboten hatte, um sich ungestört mit EU-Ratspräsident Charles Michel unter Männern zu unterhalten, ist noch in böser Erinnerung.

Diesmal ist es Ugandas Aussenminister General Jeje Odongo, der sie beim sechsten Gipfeltreffen der Europäischen und der Afrikanischen Union in Brüssel vor laufender Kamera wie ein kleines Mädchen «übersieht», um nur Michel und Macron mit Handschlag zu begrüssen.

 

Und wieder schaut Ratspräsident Michel auffallend ungerührt zu. Zufall? Da tun sich doch Macho-Abgründe auf!
Wenigstens Macron eilt noch ritterlich-dezent herbei, ja, sein Faible für schmale ältere Blondinen ist bekannt, um den Afrikaner doch noch zu bewegen. Allein, es nutzt nichts. Heidi Klum würde sagen: «Ich habe heute keinen Handschlag für dich.»

Es wäre nun billig und einfach, übelsten Sexismus bei Odongo zu vermuten, zudem ist er kein klassischer alter weisser, sondern bloss ein alter schwarzer Vertreter toxischer Männlichkeit.

Stattdessen kann man auch einfach Ockhams Rasiermesser-Theorie bemühen, wonach die einfachste in der Regel die richtige Antwort ist: Sicher hat Odongo nur überlegt: Wer ist die Frau? Muss man sie kennen? Hat sie in Sachen Aussenpolitik etwas zu sagen? Befehligt sie eine Armee, oder begrüsse ich aus Versehen nur eine Hostess?

Und dann ist es klar: Sie besitzt ja, obwohl sie bekanntlich gerne im Jet fliegt, faktisch gerade aussenpolitisch weder Kompetenz noch Macht, um im Kreis von Staatspräsidenten und ihren Aussenministern geopolitische Fragen im Namen der EU zu lösen. Das können die auch ganz alleine.

Und Charles Michel lächelt als ranghöchster Europäer einfach am Rande der Szene still in sich hinein.