Als junge Sängerin rieten die Showbusiness-Manager der Sängerin Simi möglichst «sexy» und «provokativ» aufzutreten. Konzert-Veranstalter erachteten die Eintrittspreise ihrer Konzerte als zu hoch, als sie einmal schwanger auftreten wollte.

Die Nigerianerin steht mit ihren Vorwürfen nicht alleine. Ihre Landsfrau, die etwas ältere Filmschauspielerin Chioma «Chigul» Omeruah, erhebt ähnliche Anschuldigungen. Sie habe Engagements schon verschiedentlich ablehnen müssen, da der Produzent sexuelle Gefälligkeiten als Gegenleistung erwartete.

Die beiden Frauen wehrten sich in einem Interview mit der BBC gegen das «Verschweigen in der nigerianischen Kultur».

All das tönt nach neuen Kapiteln der endlosen Hollywood-Sexsaga, spielte sich indes im aufstrebenden «Nollywood» ab.

So weit, so schlimm – und schön, dass sich diese Frauen wehren.

Etwas erleichtert nimmt man zur Kenntnis, dass ausnahmsweise nicht alte, weisse Männer dieser Übergriffe angeklagt sind.

Anders gesagt: Wenn weisse Frauen diese Anschuldigungen gegen Afrikaner erhoben hätten, wäre der Rassismus-Vorwurf wohl kaum ausgeblieben.