Für die politische Linke ist es die klassische Win-win-Situation, für bürgerliche Kreise aber ein Teufelskreis. In den rot-grün dominierten Schweizer Städten werden immer mehr Siedlungen mit wenigen oder gar keinen Parkplätzen gebaut. So sind beispielsweise die Regeln in den neuen Wohnblocks an der Wylerfeldstrasse in Bern strikt: Wer einziehen will, hat kein Recht auf eine Parkkarate in der blauen Zone. Auch Garagenplätze oder private Parkplätze gibt es keine.

Und doch seien die Wohnungen mehrere Monate vor Bauende schon fast alle vermietet, sagt Franziska Iseli, Geschäftsführerin bei der Wyler-Baugesellschaft AG: «Von den fünfzig Wohnungen, die wir auf den Sommer hin fertigstellen, sind nur noch drei zu haben.»

Diese autofeindliche Geschäftspolitik spielt der Regierung gleich in doppelter Hinsicht in die Karten. Einerseits grenzt sie den motorisierten Parkverkehr weiter aus, andererseits stärkt sie die rot-grüne Kernwählerschaft. Schon jetzt bewegt sich die Stadt Bern am linken Strassenrand des politischen Spektrums. Noch rund 40 Prozent der Haushalte haben ein Auto. Zum Vergleich: Der Schweizer Durchschnitt liegt bei 524 Autos auf 1000 Personen.