Es war eine kraftvolle und bisher einzigartige Demonstration, wie stark Israel inzwischen im Nahen Osten integriert ist. Auf Einladung Jerusalems trafen sich Aussenminister aus vier arabischen Ländern mit ihren israelischen und amerikanischen Amtskollegen. Dass das Treffen überhaupt zustande kam, ist an sich schon beachtlich. Dass es in Sde Boker stattfand, wo David Ben-Gurion, der Gründer Israels, gelebt hatte und heute beerdigt ist, war implizit auch eine Anerkennung des jüdischen Staates durch wichtige arabische Herrscher.

Die neue israelisch-arabische Freundschaft, die sich anbahnt, ist vor dem Hintergrund der iranischen Nuklearpläne zu verstehen. In Abu Dhabi, Manama, Rabat und Kairo werden sie ebenso wie in Jerusalem als höchst gefährlich eingestuft. Dass das Atomabkommen, über das derzeit in Wien verhandelt wird, zur Entschärfung der Teheraner Bombe beitragen wird, bezweifeln sowohl arabische als auch israelische Politiker.

Deshalb ist das Treffen eine Botschaft sowohl an Teheran als auch an Washington. An die Adresse der USA geht die Warnung, dass nach einer Lockerung der Sanktionen dem Iran Mittel zufliessen würden, mit denen er seinen aggressiven Vormarsch in der Region finanzieren könnte. Und als Drohung für Teheran soll man beim Treffen auch über Dinge gesprochen haben, die eben noch undenkbar waren: Über eine gemeinsame Strategie gegenüber dem Iran, über eine militärische Kooperation – und über die Gründung einer Verteidigungsallianz. Daraus könnte am Ende, wer weiss, sogar eine nahöstliche Nato entstehen.