Ich bin erstens als Schweizer Bürger, zweitens als Werber und drittens als Vater gleich dreimal entschieden gegen diese unnötige und kontraproduktive Tabakinitiative.
Ein Nein als Bürger, weil die Initiative eine Mogel-Packung ist: Ein Verbot von Werbung, die Jugendliche nicht erreichen soll, ist in einer durch die Digitalisierung transparent gewordenen Welt unmöglich. Unter dem Deckmäntelchen des Jugendschutzes will die Initiative in Tat und Wahrheit ein komplettes Werbeverbot, was unvereinbar mit unseren demokratischen Grundrechten ist, nämlich der Meinungs- und Informationsfreiheit. Den griffigsten Jugendschutz haben Bundesrat und Parlament bereits gemacht: das Verbot für den Verkauf von Tabakprodukten an unter Achtzehnjährige. Die Initiative ist komplett unnötig.
Ein Nein als Werber, weil die Initiative zu einer ungerechten Marktverzerrung führt. Legal erhältliche Produkte müssen beworben werden können. Ich habe nie für Tabak geworben (ein persönlicher Entscheid) und bin dennoch entschieden gegen jegliche Werbeverbote. Sie sind ein beliebtes Mittel einer Politik, die weder Ideen noch den Mut hat, die eigentliche Ursache anzugehen. Dazu gehören nicht nur Werbeverbote für Tabak, sondern auch für zuckerhaltige Speisen und Getränke, fetthaltige Nahrungsmittel, Autos (die für Unfälle verantwortlich sein können), Alkohol usw.
Ein Nein als Vater, weil die Initiative die Jugend für dumm verkauft. Meine Kinder vor dem Rauchen zu bewahren, lag und liegt mir am Herzen. Erziehung kann nicht bedeuten, so zu tun, als gäbe es Tabak nicht. Wegschauen bzw. Werbeverbote schützen meine Kinder nicht, sondern Aufklärung und Anleitung zu selbstbestimmtem, verantwortungsvollem Handeln
Frank Bodin ist Präsident des ADC Switzerland und Gründer von Bodin.Consulting
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