Momentan ist die Beschäftigung mit Finanzprodukten nicht lustig. In den letzten Wochen sind an den wichtigen Aktienmärkten Abermilliarden vernichtet worden (genauer gesagt: circa 4 Billionen US-Dollar). Sinnbildlich dafür der Schweizer Aktienindex SMI. Notierte dieser Ende Dezember bei knapp 13.000 Punkten, sind heute davon noch etwas weniger als 12.000 übrig.

Wer sich ausgerechnet hatte, sein Verlustrisiko bei den Aktien mit Investitionen in Kryptowährungen abzufedern, sieht sich getäuscht. Denn bei Bitcoin (Halbierung!) und Co. war der Zusammenbruch sogar besonders brutal.

Es ist einer jener Momente, in denen guter Rat teuer ist. Handelt es sich um eine kleine Korrektur wie bereits bei Ausbruch der Covid-Pandemie, die rasch wieder ausgewetzt ist? Oder schnappt jetzt die Falle des über zehn Jahre lang aufgetürmten billigen Geldes zu? Und: Entkoppeln sich die Kryptowährungen wieder von den traditionellen Finanzmärkten oder schwimmen sie weiter in deren Abwärtsstrom?

Der Auslöser für die aktuellen Turbulenzen ist, dass die amerikanische Notenbank Fed angekündigt hat, auf die hohe Inflation mit Zinserhöhungen zu reagieren. Solche schmälern naturgemäss den Vorteil von Aktien gegenüber Obligationen. Gleichzeitig befürchten Investoren, sich in Zukunft teurer refinanzieren zu müssen. Der bislang vom billigen Geld der Notenbanken angetriebene Aktienmarkt gerät ins Straucheln.

Dazu kommen weitere Unsicherheiten, die wie Blei nach unten ziehen: Inflation, tieferes Wirtschaftswachstum, eine lauernde militärische Auseinandersetzung um die Ukraine.

Die Augen sind jetzt auf das Federal Reserve gerichtet. In einem zweitägigen Treffen wollen die obersten Notenbanker der USA die weitere Marschrichtung vorgeben. Sie sind in einem Dilemma: Lieber die Aktienmärkte beruhigen oder lieber Gegensteuer geben zur Inflation? Von der Antwort hängt ab, wie es weitergeht an den Märkten.

Sollte das Federal Reserve den Weg der Marktberuhigung wählen und beim Gelddrucken den Fuss von der Bremse nehmen, dann würde dies mittelfristig zumindest den Aussichten für die Kryptowährungen wieder auf die Sprünge helfen.
So oder so: Es bleibt ungemütlich.