Im Zürcher Gemeinderat fordern zwei Politikerinnen – Marion Schmid (SP) und Selina Walgis (Grüne) – die Einführung eines «Genderwatch-Protokolls». Auf Deutsch übersetzt bedeutet das: «Es soll erhoben werden, wie das Verhältnis der Geschlechter bei den Wortmeldungen und bei der Redezeit der Ratsmitglieder ist.»

Die Antragstellerinnen monieren, dass der Frauenanteil im Parlament mit 39 von 125 Mitgliedern bescheiden ist. Wie die Frauen im Gemeindesaal repräsentiert seien, hänge aber nicht nur an der Anzahl der Sitze, die von Frauen besetzt sind, ab. Relevant für die tatsächliche Repräsentation sei ebenso das Verhältnis der Wortmeldungen. Das Gleiche gelte für andere untervertretene Bevölkerungsgruppen wie zum Beispiel junge Menschen oder Menschen mit Migrationshintergrund.

Nun fordern die linken Politikerinnen die Einführung eines «Genderwatch-Protokolls» – und damit die Einsetzung eines Gleichstellungsinspektorats. Dabei stellt sich aber schon das nächste Problem. Wer soll diese Aufsichtsbehörde leiten und die Überwachung der Überwachung kontrollieren? Eine Frau wäre vermutlich parteiisch – ebenso ein Mann. Deshalb ist dringend gesucht: eine geschlechtsneutrale oder intersexuelle Person, die für die absolute Gerechtigkeit und Gleichstellung im Zürcher Parlament sorgen kann.