Fernsehsendungen mit Toni Brunner sind immer ein Vergnügen. So war es auch am Sonntag. «Ich bin lebensfroh und immer für einen Spass zu haben», sagte der strahlende frühere SVP-Spitzenpolitiker gleich zu Beginn bei «Schawinski».
Seit seinem Ausstieg aus der Politik geniesst Brunner «das normale Leben» auf seinem Bauernhof im Toggenburg. Derzeit trainiert er seine Tiere für das nächste Kuhkampf-Finale im Wallis. Toni Brunner und sein Leben im Toggenburg, seine Eringer, sein Landgasthof «Haus der Freiheit» mit illustren Gästen aus der ganzen Schweiz – es wäre bestmöglicher Stoff für eine Doku-Soap. Weder SRF noch 3 Plus haben es bis dato geschnallt.
Über Politik äussert sich der ehemalige Nationalrat und SVP-Präsident nach wie vor engagiert und temperamentvoll. Er fordert die sofortige Aufhebung der Pandemie-Massnahmen. «Wir müssen zurück in die Normalität.» Für seine Corona-Politik bekommt der Bundesrat von Brunner die Note 2 (Skala 1 bis 10). Sein Motto: «Es lebe die Freiheit, es lebe das Individuum, weg mit dem Kollektivismus.»
Über Christoph Blocher sagte er in der Sendung von Roger Schawinski: «Etwas Genialeres als ihn gibt es für mich nicht.» Brunners Meinung über die Europäische Union: «Die EU muss wissen, dass die Schweiz nicht nur auf Europa fixiert ist. Die Welt ist grösser als Europa. Wir sind weltoffen.»
Magdalena Martullo würde er dereinst als Nachfolgerin von Ueli Maurer gerne im Bundesrat sehen. Oder Roger Köppel. Brunner bleibt realistisch: «Würde das Parlament Roger Köppel wählen? Nein. Würde es Roger Schawinski wählen? Nein.»
Eine Rückkehr in die Politik schliesst der Toggenburger explizit aus: «Es wird auch keinen Ständerat Toni Brunner geben!» Zum Klimawandel sagt der Bauer und Gastwirt: «Wenn das der Klimawandel ist, so, wie ich ihn erlebe, dann nehme ich ihn. Er ist für das Toggenburg perfekt. Ein bisschen wärmer, mehr Frühling und etwas weniger Schnee.»
Schawinskis Talkshow gibt es jeden Sonntag auf Blue Zoom, dem TV-Kanal von Swisscom. Die nächsten Gäste: Sepp Blatter und Eva Wannenmacher.