Dario Camenzind zählt zu den renommiertesten Schweizer Tennis-Trainern. Er betreut unter anderem Alexander Ritschard, die Nummer vier des nationalen Rankings. Er gehört zum Trainer-Team, das den TC Seeblick bisher viermal zum Sieg im Interclub führte.

Doch seit Erlass der neuen Covid-Massnahmen am vergangenen Freitag sieht sich der Zürcher in seiner beruflichen Existenz bedroht. Das Bundesamt für Gesundheit fordert von selbständigen Tennistrainern «2 G plus» – was bedeutet, dass Trainer und Schüler nicht nur geimpft oder genesen sein müssen, sondern während der Lektionen eine Maske tragen oder einen aktuellen negativen Test zeigen müssen.

Für Camenzind staatlich diktierte Willkür: «Auf dem Tennisplatz beträgt die Distanz von Grundlinie zu Grundlinie 24 Meter – ausserdem werde ich von meinen Schülern durch ein Netz getrennt.»

Camenzind ist geimpft – wie 24 seiner 25 Kunden. Die weiteren Auflagen kann er aber aus praktischen Gründen nicht einhalten: «Ich trainiere überwiegend ambitionierte und leistungsstarke Spieler. Da ist das Tragen einer Maske während fünf Stunden pro Tag schlicht unmöglich.»

Bezüglich Tests sagt er: «Es ist terminlich kaum machbar, mich sechsmal pro Woche testen zu lassen.»

Vor allem sind auch seine Schüler mehrheitlich nicht bereit, vor jeder Stunde Tennis einen Covid-Test abzulegen.

So steht Familienvater Camenzind vor schweren Wochen. Denn bei Absagen gehen ihm die 100 Franken Kursgebühr (pro Stunde) ersatzlos verloren.

Die neuen Massnahmen des BAG sind für ihn und seine Kollegen schlimmer als ein Doppelfehler.