Ein Oberarzt verdient rund 10.000 Euro monatlich. Bis dahin hat er sechs Jahre Studium, fünf Jahre Facharztausbildung und viel Berufserfahrung hinter sich. Er entscheidet über Leben und Tod.

Emilia Fester ist grüne Abgeordnete im Bundestag, die durch eine krawallige Rede auffiel. Ihr Grundgehalt liegt bei 10.000 Euro. Bis dahin hatte sie Abitur und ein paar kleine Jobs am Theater hinter sich. Sie entscheidet, was die Partei vorsagt.

Derzeit wird festgezurrt, dass sie und ihre 735 Kollegen ab Juli 310,40 Euro mehr bekommen. Automatisch, ohne Aussprache, genehmigt von sich selbst. «Fair und transparent», nennt ein SPD-Mann das Verfahren. Es schaffe Vertrauen und Glaubwürdigkeit.

Es steht zu befürchten, dass er und die Mehrheit im Hohen Haus das selber glauben – in Zeiten, da sie den Bürgern Einsparungen abverlangen und Zumutungen ankündigen. Ampel und Union fühlen sich auf der moralisch richtigen Seite. Denn gegen die Erhöhung haben nur die Linke und, buh, die AfD gestimmt.

Ach ja. Mit den 10.000 Euro ist es für Fester & Co. nicht getan: Oben drauf kommt noch eine Unkostenpauschale von 4.583,39 Euro. So viel, wie ein Gymnasiallehrer nach zwanzig Dienstjahren verdient. Kleiner Unterschied: Der muss es versteuern.