Deutschlands Abhängigkeit vom Russen-Gas erhöht so manche Betriebstemperatur.

Kann man, ja soll man Putins Gaslieferungen boykottieren? Unmöglich, wer rational denkt.

Oder anders: Wehe, Putin dreht den Gashahn zu. Dann wird’s kalt.

Immerhin: Bald wird Frühling, die Temperaturen steigen, die Sonnentage mehren sich. Dann sollte auch die deutsche Stromerzeugung wieder besser laufen.

Sollte.

Denn im vergangenen Jahr sank der Anteil erneuerbarer Energien um 7,6 Prozent und betrug nur noch 42 Prozent der gesamten Stromerzeugung.

Hauptgrund waren laue Brisen statt starker Böen: Wurden 2020 noch 25,5 Prozent mit Windrädern – als wichtigstem Energieträger – gewonnen, waren es letztes Jahr gerade noch 21,5 Prozent.

Energiequelle Nummer eins war der verfemte Kohlestrom: rund 30 Prozent gegenüber 24,8 Prozent im Vorjahr.
Interessant ist die Gewichtung vor dem Hintergrund, dass Deutschland bis 2038 aus der Braunkohleproduktion aussteigen will, «idealerweise» bis 2030.

Frankreich dürfte sich ins Fäustchen lachen: Präsident Emmanuel Macron verspricht vierzehn neue Atomreaktoren bei seiner Wiederwahl.

Und Deutschland bliebe ohne Wahl. In erneuter Abhängigkeit.