Der Mann beweist Mut und Kampfgeist. Er stürzt sich ausgerechnet dort – in den Kreisen 4 und 5 – für die SVP in die Wahlschlacht, wo der rot-grüne Polit-Dschungel in der Stadt Zürich so dicht ist, dass kaum ein Sonnenstrahl den Boden berührt – wo Cüpli-Sozialisten in günstigen Genossenschafts-Wohnungen leben und auf die linke Glückseligkeit anstossen.

Illusionen macht sich Ralph Hennecke keine: «Es ist wahrscheinlicher, dass die UBS-Filiale am Albisriederplatz schon morgen in eine Notschlafstelle umfunktioniert wird, als dass die SVP in unserem Wahlkreis einen zweiten Sitz gewinnt.» Und auch Henneckes privater und beruflicher Hintergrund dient nicht unbedingt dazu, die linken Wähler gnädig zu stimmen. Sein Vater ist ein stadtbekannter Gross-Garagist, er selber übt den hehren Beruf des Investmentbankers aus und ist stolzes Mitglied einer Zunft.

Und doch verteilt Hennecke am Limmatplatz unbeirrt Wahlkampfflyer mit dem Slogan «Freiheit und Sicherheit» – das nächste (und letzte) Mal am kommenden Samstag. Seine politische Message ist nicht jenseits von Gut und Böse: «Ich stehe für eine vernünftige Verkehrspolitik ohne ideologische Verbohrtheit: Kein weiterer Abbau von Parkplätzen und keine Tempo-30-Zonen auf Hauptstrassen.»

Gerade bei den älteren Menschen komme diese Botschaft gut an. Doch die jüngeren Passanten machen schon dann einen weiten Bogen, wenn sie die Buchstaben SVP nur von weitem sehen.

Was Ralph Hennecke mit seiner politischen mission impossible bewirken will? «Dass es in der Stadt Zürich Platz für alle gibt.» In der Verkehrspolitik könne es nicht darum gehen, Einzelne auszugrenzen: «Man muss den bestehenden Raum so verteilen, dass es für alle stimmt.»

Das tönt nach vernünftigen politischen Grundwerten – und würde in mancher Kantonsgemeinde eine Mehrheit finden. In der Stadt Zürich stösst man damit aber auf taube Ohren.