Am Mittwoch wurde bekannt, dass Putins Sonderbeauftragter für internationale Organisationen, Anatoli Tschubais, zurückgetreten ist. Mit seiner Frau soll er sich in der Türkei aufhalten.

Tschubais ist die Symbolfigur der postsowjetischen Privatisierung; Putin und er waren 1990 Kollegen in der damaligen Leningrader Stadtverwaltung.

Ebenfalls am Mittwoch, bei einer Videokonferenz des Präsidenten mit Ministern und anderen Vertretern der Führungsspitze, stach das Fehlen des Verteidigungsministers Sergei Schoigu ins Auge.

Recherchen ergaben, dass Schoigu zuletzt am 11. März in der Öffentlichkeit gesehen wurde. An jenem Tag hat er verletzte russische Soldaten am Krankenbett ausgezeichnet.

Schoigu ist eigentlich bekannt für seine intensive PR-Arbeit. In 28 Dienstjahren als Minister gehörte er stets zu den sichtbarsten Kabinettsmitgliedern.

Auch Generalstabschef Waleri Gerassimow soll seit dem 11. März öffentlich nicht mehr aufgetreten sein.

Die Washington Post meldet, dass seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine US-Verteidigungsminister Lloyd Austin und Generalstabschef Mark Milley vergeblich versucht hätten, mit ihren russischen Kollegen Sergei Schoigu und Waleri Gerassimow zu telefonieren.

Rücktrittsgerüchte begleiten auch die Zentralbank-Chefin Elvira Nabiullina: Sie fehlte ebenfalls bei der gestrigen Videokonferenz.

Laut Bloomberg hat der Präsident ihr Entlassungsgesuch unmittelbar nach dem Einmarsch in die Ukraine abgelehnt.