Ob Kino, Theater oder Restaurant: Israelis müssen ihr Zertifikat nicht mehr zeigen. Es ist in der Nacht auf den Montag abgeschafft worden.

Weder der digitale Gesundheitspass noch der Nachweis über ein negatives Testergebnis oder die Genesung von Covid-19 werden verlangt. Das alles habe seine Berechtigung verloren, sagt Nachman Ash, der Direktor des Gesundheitsamtes.

Seine Begründung: Weil das Omikron-Virus auch die Geimpften infiziere, sei das Zertifikat nicht mehr effizient. Fortan muss man es nur noch an Veranstaltungen mit einem hohen Ansteckungsrisiko zeigen. Wobei unklar ist, wie das kontrolliert werden soll.

Ebenfalls aufgehoben ist die zulässige Höchstzahl von Gästen in Lokalen und die allgemeine Teilnehmerbeschränkung für grosse Versammlungen. Restaurants sind zudem nicht mehr verpflichtet, Tische mit einem Abstand von 1,5 Metern aufzustellen.

Die Zahl der Covid-Fälle ist in Israel zwar leicht rückläufig. Aber sie ist immer noch sehr hoch, auch im internationalen Vergleich. Bei den schweren Fällen wird eine Reduktion erst in ein paar Wochen erwartet.

Im Sieben-Tage-Schnitt und umgerechnet auf 100.000 Einwohner liegt die Zahl der gemeldeten Neuinfektion in Israel bei knapp 4000, deutlich höher als in der Schweiz oder in Deutschland. Experten hoffen aber, dass jetzt eine Übergangsphase beginnt.

Corona wäre dann wie eine Grippe. Es sei Teil des Trends, «mit dem Virus zu leben», sagt Ash.