Obwohl Experten schon länger vor einer Stromkrise warnen, hat man nicht den Eindruck, dass SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga deswegen besorgt ist.

Das kann man auch daran erkennen, dass sie wichtige Grundlagen, die für die energiepolitische Debatte von zentraler Bedeutung sind, links liegen lässt.

So wüsste man zum Beispiel gerne, wie sich die klimapolitische Netto-null-Politik bis 2050 auf das Bruttoinlandprodukt (BIP) auswirkt. In den «Energieperspektiven 2050+» wird auf Seite 29 angekündigt, dass man im zweiten Halbjahr 2021 einen genaueren Bericht darüber publizieren will. Das ist bis heute leider nicht geschehen.

Schlimmer noch: Was ihr Departement bisher zum Thema verkündete, stiftet vor allem noch mehr Verwirrung und Verunsicherung.

Zum Beispiel wird in den Energieperspektiven als Rahmenannahme nebenbei erwähnt, dass bis 2050 von einem BIP-Wachstum von 38 Prozent ausgegangen wird.

Drei Monate später veröffentlichte das Departement von Sommaruga eine Medienmitteilung zur Verkehrsentwicklung, und darin rechnet man plötzlich mit einem BIP-Wachstum von 57 Prozent bis 2050.

Seriöse Energiepolitik geht anders.