Ein Tweet von Stefan Legge, Dozent an der Universität St. Gallen, bringt Zuversicht in den Tag: eine Grafik mit Kurven, die den Verlauf der Industrieproduktion in europäischen Ländern darstellen.

Lichtblick: Sonderfall Schweiz, Kurve weit oben.

Deutschland, Frankreich und Italien sind in der Pandemie wirtschaftlich massiv abgesackt, tief ins Minus, schlagartig nach unten, dann aber doch rasch, zack, wieder nach oben, die Stützungs-Massnahmen griffen.

Die Schweiz hat Ähnliches erfahren, aber auf höherem Niveau, rasch nach unten, dann zack nach oben, über den vorherigen Stand.

Noch wichtiger als dieser jüngste Teil der Geschichte ist die längere Sicht, die zurückreicht bis zur Finanzkrise 2007/2008. Von diesem Einbruch, der ins Mark ging, haben sich Deutschland, Frankreich und Italien immer noch nicht wirklich erholt.

Wie der bekannte Ökonom Hans-Werner Sinn kürzlich in der Weltwoche sagte, hat die Industrieproduktion der Schweiz seit der Finanzkrise um 25 Prozent zugelegt, während Deutschland immer noch leicht im Minus ist.

Jetzt sagen viele, der Sonderfall Schweiz hänge mit der Pharma-Industrie zusammen, mit deren starker Export-Kraft und hohen Margen. Klar, aber die spezielle Widerstandsfähigkeit der hiesigen Industrie ist viel breiter abgestützt.

Wie? Der starke Franken hat die Schweizer Firmen immer zu Verbesserungen und Fitnessübungen gezwungen: Dauerstress. Die Eurozonen-Konkurrenten dagegen mussten dank ihrer Weichwährung viel weniger tun, um ihre Produkte im Ausland zu verkaufen: stressless.

Viele Schweizer ahnen gar nicht, welchen Trumpf sie in der Hand haben: Sonderfall eigene Währung.