Die Pandemie läuft aus. Sogar politische Endzeit-Prediger geben mittlerweile zu, dass Omikron die grosse Wende bedeutet.

Doch diese Nachricht ist nicht für alle gut. Die Virologen, Epidemiologen und Infektiologen drohen ihre mediale Ausstrahlungskraft und die Funktion als Apostel des Weltuntergangs zu verlieren.

Deshalb ergreifen Marcel Salathé und Christian Althaus die Flucht nach vorne. Sie sagen im Tages-Anzeiger: «Auch im Sommer müssen wir wachsam sein.» Und sie fordern mit apokalyptischer Vehemenz für sich eine Lebensstelle: «Wir schlagen einen permanenten Krisenstab vor.»

Die Krise als institutionalisiertes Geschäftsmodell? Althaus führt aus, dass es nicht darum gehe, Einfluss zu nehmen, sondern Wissen zur Verfügung zu stellen – für Politik und Öffentlichkeit. Schon in der übernächsten Antwort krebst er zurück: «Die Politik muss nicht auf Epidemiologen hören, das wäre ein falsches Rollenverständnis. Politiker und Behörden sollten ihre Entscheide gegenüber der Bevölkerung jedoch stets basierend auf dem neuesten Wissensstand erläutern.»

Und Salathé macht das, was in gewissen Kreisen immer gut ankommt. Er knöpft sich die SVP vor: «Ihr Diktaturvorwurf hat sicher nicht zur Pandemie-Bewältigung beigetragen. Die Aussage ist ja auch absurd. Die Massnahmen sind nirgendwo sonst derart demokratisch legitimiert wie in der Schweiz.»

Bleibt die Frage, ob alle dies so sehen. Auf jeden Fall werden wir von Marcel Salathé und Christian Althaus schon bald mehr hören; garantiert. Demnächst in diesem Kino – oder sonst wo.