Kennen Sie den St. Galler Regierungsratspräsidenten Marc Mächler (FDP)? Wohl kaum, aber er tut alles, damit man ihn bald im ganzen Lande kennt, so wie den Basler Regierungsrat Lukas Engelberger als Präsidenten der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK).

Mächler hat sich vor Tagen gegenüber dem St. Galler Tagblatt für ein Rahmenabkommen mit der Europäischen Union (EU) ausgesprochen. Auch ein EWR-Beitritt ist laut Mächler eine Option für die Schweiz. Dafür bezog er verbale Prügel von der SVP.

Der St. Galler Regierungspräsident offenbarte bei dieser Gelegenheit allerdings auch, dass die Konferenz der Kantonsregierungen eine Europa-Kommission ins Leben gerufen hat, die beim künftigen europapolitischen Kurs ein Wörtchen mitreden will. Unnötig zu erwähnen, dass der FDP-Politiker dem neuen Gremium auch angehört.

Brauchen wir jetzt tatsächlich noch eine Behörde, die uns sagt, dass wir unbedingt näher an die EU rücken sollen? Oder geht es eigentlich nur darum, sich wichtig zu machen, wie es GDK-Präsident Lukas Engelberger während der letzten zwei Jahre bei Corona vormachte?

Wie kommen die Kantone überhaupt auf die Idee, dass sie auf diesem Terrain etwas bewirken können? Sie haben es in den letzten zwei Jahren nicht einmal geschafft, ein paar Corona-Massnahmen aufeinander abzustimmen.

Aber jetzt wollen sie im EU-Dossier mitmischen.