«Kolonialer Diebstahl geht weiter», «Unser Land – unsere Lebensgrundlage» oder «Prinz William, verlasse unser Land».

Solche Protestslogans schrieben Afrikastämmige und Indigene in dem mittelamerikanischen Staat Belize auf ihre Plakate. Sie wehrten sich damit gegen den geplanten Besuch von Prinz William und dessen Gemahlin Catherine, Herzog und Herzogin von Cambridge, in ihren Dörfern.

Das Paar wollte den Einheimischen mit einer Zwischenlandung auf seiner Reise durch die Karibik die Referenz erweisen. Doch diese waren offenkundig alles andere als amused. Denn sie streiten seit Jahren mit der Naturschutzorganisation FFI, Flora and Fauna International, um viel Land.

Diese Institution setzt sich für eine möglichst intakte Umwelt ein, und Prinz William ist ihr Ehrenvorsitzender. Die lokalen Kakaobauern bestreiten die Rechtmässigkeit des Landanspruchs von FFI und fühlen sich von dieser Organisation betrogen.

Der Protest brachte es in die internationalen Schlagzeilen, und die Royals mussten ihren Besuch absagen. Was sich wie eine Schmonzette liest, hat einen politischen Hintergrund: Noch anerkennt Belize formal Königin Elisabeth II. als Staatsoberhaupt. Doch dies wird in dem kleinen zentralamerikanischen Staat, wie manchenorts auch, zusehends als anachronistisch angesehen.

Wenn die Royals künftig nicht mehr Rücksicht auf die regionalen Empfindlichkeiten nehmen, könnte es mit ihrem Rumpf-Empire bald schnell zu Ende sein. Was sich in Europa schick anhört, nämlich das Engagement für eine intakte Umwelt, muss andernorts nicht gleichermassen gut ankommen.

Oder in den Worten eines Einheimischen gegenüber dem lokalen Channel 5: «Was würden die sagen, wenn wir alle in den Kensington Palace kämen, und denen sagten, was sie tun zu haben?»