Der englische Fussball zeigt Flagge und ruft in dieser Woche für alle Spiele eine show of solidarity für die Menschen in der Ukraine aus. «Die Premier League und unsere Klubs lehnen Russlands Vorgehen von ganzem Herzen ab», heisst es von der Ligaführung.

Teams und Stadionbesucher werden aufgefordert, vor den Begegnungen an einem «Moment des Reflektierens und der Solidarität» teilzunehmen. Zudem sollen die Kapitäne der zwanzig Premier-League-Teams Armbinden in den Farben der ukrainischen Fahne, Blau und Gelb, tragen. Die Farben sollen auch auf den Stadion-Screens und in Logos und Profilen auf den TV-Bildschirmen zu sehen sein.

Doch nun macht sich in China, woher ein wichtiger Teil der TV-Milliarden in den englischen Fussball gepumpt wird, Opposition bereit. Weil sich das chinesische Regime dem russischen Präsidenten Wladimir Putin verbunden fühlt, will es den englischen Fussball an diesem Wochenende ausblenden – darunter auch eines der prestigeträchtigsten Spiele der Saison, das Manchester-Derby zwischen City und United.

Das macht zwei Dinge klar: Die europäische Sicht auf den Ukraine-Konflikt ist nicht die einzige Perspektive. Und die Solidarität zu Wladimir Putin ist China doch noch wichtiger als die schönste Nebensache der Welt.