Rund fünfzig Ausgezeichnete auf der neuen BBC-Liste der hundert wichtigsten Frauen des Jahres sind Afghaninnen. Fast alle diese Frauen haben sich gegen die Taliban gestellt, etwa die Erzieherin Shila Ensandost oder die Designerin Sueeda Edebali.

Das sind mutige Aktivistinnen, gewiss, von denen man indes noch kaum je gehört hat und in Zukunft voraussichtlich nicht mehr viel hören wird. Sie kamen, das sei ihnen unterstellt, auf die Liste, weil sie Afghaninnen sind, mitunter also zu diesen Frauen gehören, die von der internationalen Gemeinschaft dieses Jahr schmählich im Stich gelassen wurden – unter anderem von den Briten.

Man kennt dieses Muster: Unrecht wird zugelassen, und die Opfer werden dafür zu Heiligen stilisiert. Das ist zynisch.

Mehr noch: Sieht man die Fotos auf der BBC-Liste durch, fällt auf, dass Musliminnen aus der ganzen Welt die überwiegende Mehrheit stellen.

Mit anderen Worten: Die Liste des britischen Broadcasters ist zwar zynisch, dafür aber politisch korrekt.