Hunderte von Opfern sexualisierter Gewalt, 235 Täter und das Erzbistum München und Freising, welches jahrzehntelang nichts gegen die Verbrechen unternommen hatte. Das eben veröffentlichte Gutachten zum Missbrauchs-Geschehen ist bestürzend.

Und man fasst es einfach nicht: Immer noch gibt es hohe Vertreter der katholischen Kirche, die dickschädelig und lernunfähig sind. Rudolf Voderholzer, der neue Bischof von Regensburg, sorgte am Donnerstag in Frankfurt für einen Skandal.

Zu Beginn der Synodal-Vollversammlung von Priestern und Gläubigen sagte der 62-Jährige über die Missbrauchsfälle: «Was dabei zu kurz kommt, ist, dass 1973 die Strafrechtsreform Kindesmissbrauch nicht mehr als Verbrechen eingeschätzt hat. Das auf der Basis von sexualwissenschaftlichen Urteilen, dass für die betroffenen Kinder und Jugendlichen die Vernehmungen wesentlich schlimmer sind als die im Grunde harmlosen Missbrauchsfälle.»

Die anwesenden Missbrauchsopfer waren schockiert.

Eines von ihnen sagte: «Es ist unglaublich, dass im Jahr 2022 ein hoher Kirchenvertreter noch zu solchen Winkelzügen greift, um Straftaten sexualisierter Gewalt zu relativieren.»

Sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche wurde sehr lange totgeschwiegen. Taten wurden verheimlicht und vertuscht, Täter höchst selten bestraft und die Opfer allein und im Stich gelassen.

Kürzlich kam heraus, dass die deutsche katholische Kirche eine Priester trotz Kenntnis seiner früheren Straftaten ungestört mit Kindern arbeiten liess. Hinweise auf neue Übergriffe wurden vertuscht.

Kardinal Reinhard Marx spricht sich neu für die Abschaffung des Pflichtzölibats aus. Guter Anlauf. Unschwer zu erraten, was der Papst dazu meinen wird.

Nichts darüber gesagt hat der Kardinal, was mit Pädophilen in seiner Kirche geschehen soll.