Die Post kaufe nur Unternehmen, die zum Kerngeschäft gehörten, und sei auch bereit, Firmen abzustossen, die nicht mehr dazu passen würden; so reagierte laut CH Media Christian Levrat, Präsident des Verwaltungsrates der Post, auf die wachsende Kritik aus der Privatwirtschaft, der Staatskonzern dringe immer stärker in Geschäftsfelder vor, auf denen private Unternehmer tätig seien. So unproblematisch, wie Levrat dies darstellt, ist es aber nicht, sonst würden nicht alle aufschreien, Parlament und Wirtschaftsverbände.

Zum Beispiel auch wegen der Übernahme von Livesystems im Jahre 2021, mit der die Post den hart umkämpften Werbemarkt aufmischen will. Markus Ehrle, der CEO von APG und Präsident des Verbandes Aussenwerbung Schweiz, hat dazu in einem Interview mit der Medienplattform Persönlich.com zu Recht die rhetorische Frage aufgeworfen, wo das wohl hinführe, wenn staatliche Betriebe mit staatlichen Garantien staatliche Verträge bewirtschaften und diese bei Verlusten mit staatlichen Zuschüssen decken.

Ausserdem: Gehört Werbung zum Kerngeschäft der Post? Gemäss Gesetz soll der Staatskonzern Bevölkerung und Wirtschaft vielfältige, preiswerte und qualitativ hochstehende Postdienste anbieten sowie die Grundversorgung mit Dienstleistungen des Zahlungsverkehrs sicherstellen. Eine Post für alle eben, wie es Levrat als klassenkämpferischer Sozialist vor Jahrzehnten einmal auf den Punkt brachte.

Als Postpräsident scheint er heute eher die Devise zu vertreten: Eine Post gegen alle. Und verteidigt diese Strategie auch noch wie ein ausgebuffter Staatskapitalist.