CS-Präsident António Horta-Osório flog am 28. November von London nach Zürich und am 1. Dezember weiter Richtung Spanien oder Portugal. Am Tag vor dem Flug in die Schweiz hatte der Bundesrat über Grossbritannien-Reisende die Omikron-Quarantäne verhängt.

Technisch gesehen ist der Banker also ein Quarantänebrecher.

Für das aufgeregte Finanzportal Inside Paradeplatz von Lukas Hässig und für den Zeitung gewordenen Covid-Polizisten Blick ist die Affäre ein gefundenes Fressen. Als «Lügner» tituliert ihn Inside Paradeplatz, der Blick hält Horta-Osório für nicht mehr tragbar.

Horta-Osório tut, was man in solchen Fällen tun muss: Er entschuldigt sich.

Eigentlich müssen wir dem CS-Mann dankbar sein. Der Bundesrat war von allen guten Geistern verlassen, als er ohne Vorwarnung Knall auf Fall die Quarantäne wiederbelebte. Die Leute hatten ihre geschäftlichen und privaten Pläne gemacht, die sie nicht aufgrund von diffus begründeten Regierungsanordnungen einfach über den Haufen werfen konnten.

Einen Tag nach Horta-Osórios Weiterflug nach Iberien hob der Bundesrat die Quarantäne-Anordnung wieder auf. Der angebliche Credit-Suisse-Skandal zeigt also auf wunderbare Weise: Wenn Regelungen und Gesetze offensichtlich willkürlich oder unsinnig sind, halten sich die Leute nicht mehr daran.

Für erratische Angst-Schnellschüsse der Politik konnte man am Anfang der Pandemie Verständnis haben. Diese Schonfrist sollte längst vorbei sein.